Naturparadies Dümmer 

- die Zeitungsserie im Diepholzer Kreisblatt - 

 
 




 
     
 

Folge 04:

von Ulrike Marxmeier

Diepholzer Kreisblatt 
vom 26.08.05


 

Zur Dämmerung kommt der Abendsegler

Der Dümmer ist mittlerweile bekannt für seine großen Zugvogelschwärme. Wenn sich im Herbst die Stare über dem Schilf zu dunklen Wolken ballen, zieht es manch einen Naturfreund abends zum See. Aber es sind nicht nur die Vögel, die sich am See in großer Zahl versammeln, um nach wenigen Tagen oder auch einigen Wochen weiterzuziehen. Im Spätsommer machen sich auch viele Fledermäuse auf die Reise von ihrem "Sommer-" in ihr Wintergebiet. Ganz wie Zugvögel pendeln sie jedes Jahr zweimal zwischen den beiden Gebieten hin und her und legen dabei zum Teil beachtliche Strecken von weit über 1000 km zurück. 

Der Abendsegler, mit 8,5 cm Körperlänge eine der größten Fledermäuse, zieht im April und im September innerhalb weniger Tage durch das Dümmergebiet. Wann genau diese Tage sind, weiß niemand. Meist ist es Zufall, wenn man die Tiere entdeckt. Gute Chancen hat man an einem lauen Abend im September, denn Abendsegler fliegen nur in der kurzen Zeit der Dämmerung um Insekten zu fangen. Wenn man Glück hat, erwischt man gerade den Tag, an dem von allen Seiten Fledermäuse angesegelt kommen und sie scharenweise über dem See und auch über dem Ochsenmoor jagen. Bis zu 3000 Tiere wurden in den vergangenen Jahren an einem Abend vom Aussichtsturm im Süden aus gezählt. Aber auch einzelne Fledermäuse sind bereits ein Erlebnis. Obwohl gänzlich unterschiedliche Tiere, lassen sich Abendsegler nicht unbedingt auf den ersten Blick von Staren unterscheiden. Erst bei längerer Beobachtung fällt der zackige Flug der Fledermaus mit abrupten Änderungen der Flugbahn auf. Und wenn man genau hinhört, fliegt ein Tier in der Nähe vorbei, dann lässt sich ein metallisch klingendes Klicken vernehmen. Die meisten Laute, die der Hautflügler von sich gibt um seine Beute zu orten, können wir allerdings nicht wahrnehmen, da sie im Ultraschall-Bereich liegen.

 
 

Der große Abendsegler (Nyctalus noctula) geht in der Dämmerung am Dümmer auf Insektenjagd.
Foto: Tornow

 
 

 

Während der europäischen Fledermausnacht, in diesem Jahr vom 27. auf den 28. August, finden an vielen Orten Fledermausexkursionen mit sogenannten Bat-Detektoren statt, denn diese Geräte machen die Ultraschalllaute der Fledermäuse für das menschliche Ohr hörbar.

Der große Abendsegler gibt Töne im Frequenzbereich zwischen 18 und 20 Kilohertz von sich, andere, wie z.B. die Wasserfledermaus liegt bei 45- 50 Kilohertz. Das menschliche Gehör kann ohne technische Hilfsmittel, wie den Bat-Detektor, nicht viel mehr als 10 Kilohertz wahrnehmen.

Verpasst man den Durchzug des Abendseglers, so kann man immer noch nachts mit einer guten Taschenlampe am Dümmerufer umherstreifen. Vielleicht entdeckt man in ihrem Lichtkegel eine kleine Wasserfledermaus, die dort in engen Runden wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche fliegt und Insekten mit den Füßen aus dem Wasser angelt.


 
 

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