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Folge 05: von
Ulrike
Marxmeier
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Ein Akrobat unter Wasser Wer kennt ihn nicht, den auffälligen Charaktervogel des Dümmers? Lang und schlank ragt sein weißer Hals aus dem Wasser heraus und endet in einem schmalen Kopf mit einem rostroten Federhäubchen. Kaum hat man ihn erspäht, ist der Vogel meist jedoch schon wieder verschwunden und nur einige Wasserkringel auf der Oberfläche deuten noch darauf hin, dass sich hier eben ein Haubentaucher aufhielt. Vielleicht weil man ihn fast das ganze Jahr über am Dümmer sehen kann und er deshalb recht vertraut ist, denkt man oft nicht daran, dass der Haubentaucher eigentlich ein sehr ungewöhnliches Tier ist. Mit einem stromlinienförmigen Körper, Beinen, die ganz hinten am Körper ansetzen, und lappigen, breiten Füßen kann er sich sehr schnell und wendig unter Wasser fortbewegen. Das muss er auch, denn seine Hauptnahrung sind kleine, flinke Fische. Um den Auftrieb seines Körpers zu verringern, presst er beim Abtauchen durch enges Anlegen der Federn die Luft aus dem Gefieder heraus. Andere Vögel können das nicht, so kommt z.B. das Blässhuhn nur mit deutlicher Mühe unter Wasser und kehrt schon nach wenigen Sekunden wie ein Korken wieder an die Oberfläche zurück. Der Taucher kann dagegen bis zu einer Minute unter Wasser bleiben.
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Mit
seinen
prächtigen
Federkleid
ist
der
Haubentaucher
einer
der
markantesten
heimischen
Wasservögel. |
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Die Eleganz und Unbeschwertheit des Haubentauchers im Wasser ist allerdings mit einer mitleiderregenden Unbeholfenheit an Land teuer bezahlt. Während Enten recht gut zu Fuß sind, verliert ein Haubentaucher bereits nach zwei Schritten das Gleichgewicht und fällt einfach um. Da seine Flügel sehr schmal sind, kann er zudem nicht aus dem Stand auffliegen, sondern muss auf dem Wasser erst viele Meter flatternd Anlauf nehmen, um in die Luft zu kommen. Wenn er im Winter versehentlich auf dem Eis eines Gewässers landet und das nächste Wasserloch zu weit für ihn entfernt ist, kann ihm das zum Verhängnis werden. Deshalb verlässt er ab dem Spätsommer seine Brutgewässer und zieht an Seen, die im Winter nicht zufrieren. Viele Haubentaucher verbringen die kalte Jahreszeit am vergleichsweise warmen Ijsselmeer in den Niederlanden, viele fliegen jedoch bis zu den großen Schweizer Seen, die wegen ihrer Tiefe offen bleiben. Auf dem Weg in ihr Winterquartier machen die Vögel an vielen Gewässern Rast. Auch
am
Dümmer
herrscht
derzeit
ein
"Kommen
und
Gehen"
von
Haubentauchern,
die
hier
zwischenlanden,
um
dann
nach
einigen
Tagen
weiterzuziehen.
Mit
dem
Fernglas
kann
man
erkennen,
dass
auch
junge
Taucher
unter
den
rastenden
Vögeln
sind:
sie
tragen
noch
die
schwarz-weißen
Streifen
aus
der
Kükenzeit
im
Gesicht. |
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