Naturparadies Dümmer 

- die Zeitungsserie im Diepholzer Kreisblatt - 

 
 




 
     
 

Folge 08:

von Markus Richter

Diepholzer Kreisblatt 
vom 23.09.05



 

Adler - die Könige der Lüfte

Adler haben Menschen schon immer fasziniert. Mit ihrer beeindruckenden Flügelspannweite von eineinhalb bis zwei Metern ziehen sie ihre Kreise am hohen Himmel, der seltene Seeadler mit brettartig breiten Flügeln, der Fischadler mit eher zierlichen schlanken. Und dann stoßen sie plötzlich und unvermutet im Steilflug herab. Wer hätte gedacht, dass so große Vögel solch abrupte Flugmanöver vollführen können!

Seeadler und Fischadler - beide machen jedes Jahr am Dümmer Station. Es ist der Nahrungsreichtum der beide Vögel wie ein Magnet an den See zieht. Dabei haben die Adler ganz unterschiedliche Vorlieben bei ihrer Nahrungssuche. Der Fischadler macht sich ausschließlich auf die Jagd nach Fischen. Unermüdlich fliegt er über dem See, immer hoch konzentriert mit dem Blick nach unten auf die Wasserfläche. Und schließlich lässt er sich fallen. Wie ein Pfeil stürzt er herab, bremst noch einmal kurz und schon spritzt das Wasser auf. Mit den kräftigen Füßen voran hat sich der Fischadler in den See geworfen und er taucht bis zu den Achseln ein. Ein Adler im Wasser, wird er wieder in die Luft kommen, oder hält ihn sein nasses Gefieder jetzt unten fest? Doch es ist kein Problem für den versierten Fischjäger wieder hinauszugelangen, denn die Natur hat ihn mit besonderen Flügeln ausgestattet. Er kann mit ihnen viel weiter ausholen als andere Vögel und verschafft sich damit besonders viel Auftrieb. Den braucht er allerdings auch, denn sehr oft muss er zusätzlich zu seinem Gewicht noch einen Fisch mit nach oben hieven. Etwas mühsam sieht es aus bis er sich aus dem Nass hervorgearbeitet hat, das letzte Wasser aus dem Gefieder geschüttelt hat, aber dann fliegt er mit dem Fisch in den Fängen in Richtung einer Sitzwarte, auf der er seine Beute stückchenweise verschluckt. 

 
 

Fischadler (Pandion haliaetus) brauchen ungestörte Ruheplätze. Erkennungsmerkmale sind der gestreifte Kopf und die gelbe Iris.
Foto: Tornow

 
 

 

Der viel größere Seeadler ist im Vergleich zum Fischadler wenig wählerisch bei seiner Nahrung, was vielleicht darauf zurückgeht, dass er in der Flugkunst deutlich hinter diesem zurücksteht. Er erbeutet relativ selten lebende Fische, und hält sich stattdessen oft an angetriebene tote Fische oder auch generell an bereits tote Tiere. Vor allem in den kalten Monaten, im Herbst und Winter, wenn sich am Dümmer ganze Vogelmassen aus Enten versammeln, dann geht auch der Seeadler auf die Jagd! 

Viele Enten sind bei knapper Nahrung und tiefen Temperaturen geschwächt und vermeiden es aufzufliegen, wenn der Seeadler kreist. Genau auf diese Tiere hat er es abgesehen. Für Enten und sogar für Gänse stellt der Seeadler den größten Schrecken dar. Sobald er am Himmel auftaucht, fliegen sie auf, denn nur in der Luft sind sie vor ihm sicher. Das macht es relativ einfach ihn im Winterhalbjahr am Dümmer zu entdecken. Der Fischadler zieht dagegen im September nach Afrika. Aber ab dem nächsten Frühjahr werden die Chancen ihn zu entdecken wieder sehr groß sein, denn seit 2 Jahren brütet der sehr seltene Vogel in der Nähe des Dümmers. 

Möglich geworden ist seine Ansiedlung durch die erfolgreiche Zusammenarbeit des Naturschutzring Dümmer mit dem Landkreis Diepholz, dem Bohmter Umweltschutzverein und dem Energieversorger RWE, indem Nisthilfen auf geeigneten Strommasten installiert wurden.


 
 

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