Naturparadies Dümmer 

- die Zeitungsserie im Diepholzer Kreisblatt - 

 
 




 
     
 

Folge 09:

von Frank Körner

Diepholzer Kreisblatt 
vom 30.09.05


 

Achtung: Frösche und Kröten unterwegs

Der Herbst ist da: die Tage werden kürzer und die Nächte oft eisig kalt. Viele Tiere müssen sich jetzt auf den Winter vorbereiten. Nur wenige Arten sind so mobil wie Zugvögel oder manche Schmetterlinge, die vor dem Winter in wärmere Regionen oder gar in wärmere Länder flüchten können. Für die hier bleibenden Tiere gilt: wer nicht wegziehen kann, muss sich etwas anderes einfallen lassen um die kalten Monate zu überleben.

Frösche und Kröten machen sich jetzt eilig auf den Weg in ihr Winterquartier. Wasserfrösche haben den ganzen Sommer über in Gewässern verbracht, Moor-, Teich- und Grasfrösche und auch die Kröten haben sich dort nur im Frühjahr zum Ablaichen getroffen und anschließend den Rest der warmen Jahreszeit auf Wiesen und Weiden gesessen um dort auf Insektenfang zu gehen. 

Es wird nun Zeit einen frostfreien Überwinterungsplatz zu finden, denn nur der garantiert ihnen das Überleben bei Eis und Schnee. Sie hüpfen und krabbeln von allen Seiten über Straßen und Wege, durch Gärten und Wiesen. Sie nutzen dafür die milderen und feuchten Nächte und oft auch den Tag, denn als wechselwarme Tiere sind sie auf höhere Temperaturen angewiesen, sonst können sie sich nicht schnell genug bewegen. Und feucht muss es sein, damit sie auf ihrer Wanderung nicht austrocknen. Die Wanderungen sehen etwas ungerichtet aus, es geht kreuz und quer durcheinander. Das liegt daran, dass es jetzt nicht in Richtung Laichgewässer, sondern in Richtung Winterquartier geht und da hat jeder wohl ein anderes. So begegnet man bei einem Spaziergang am Dümmer oder durch die feuchten Wiesen des Ochsenmoores immer wieder Fröschen und Kröten verschiedenster Größe, die den Weg kreuzen und die immer den Anschein erwecken, sie wüssten ganz genau, wohin sie wollen.

 
 

Frösche und Kröten suchen jetzt ihre Winterquartiere auf.
Foto: Körner

 
 

 

Während Igel und Fledermaus die kalte Jahreszeit in einer frostfreien Mulde oder Höhle einfach verschlafen und von ihrem Fettpolster leben, fallen Frösche und Kröten stattdessen in eine sogenannte Kältestarre. Im Gegensatz zum Igel sinkt ihre Körpertemperatur dann auf die Temperatur der Umgebung ab. Obwohl Frösche und Kröten Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts überstehen können - ihr Blut enthält ein "Frostschutzmittel", das die Bildung von Eiskristallen und damit das Platzen der Zellen verhindert - gehen sie lieber auf Nummer sicher und suchen Verstecke auf, in die der Frost nicht vordringt. 

Teich- und Grasfrösche überwintern meist unter Wasser in Teichen oder Gräben. Andere Arten wie Erdkröten und Moorfrösche bleiben an Land und suchen Schutz in Mäuselöchern, unter Laubstreu oder in ausgefaulten Baumstümpfen. In Teichen, die längere Zeit zugefroren waren, finden sich nach dem Auftauen öfters tote Frösche. Diese sind meistens jedoch nicht erfroren, sondern erstickt. In diesen Gewässern lagert oft eine dicke Schlammschicht auf dem Grund, die den ganzen Sauerstoffvorrat im Wasser aufbraucht. Die Eisdecke verhindert lediglich eine Nachlieferung aus der Luft. Gerne suchen deshalb Grasfrösche auch fließende Gewässer auf, da hier mehr Sauerstoff vorhanden ist.


 
 

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